Andreas Hammerschmidt: Machet die Tore weit (für 6-stimmigen Chor und Generalbass; HaWV 653). Praktische Ausgabe

Andreas Hammerschmidt: Machet die Tore weit (für 6-stimmigen Chor und Generalbass; HaWV 653). Praktische Ausgabe

ISMN 979-0-50258-244-9n
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Michael Heinemann (Hrsg.) unter Mitarbeit von Konstanze Kremtz und Sven Rössel

Im Bewusstsein, ein letztes Werk vorzulegen, gab Andreas Hammerschmidt 1670 eine umfangreiche Motettensammlung in Druck: Die Fest- und Zeitandachten sollten als Summe eines lebenslangen Komponierens verstanden werden. Nicht allein durch die Größe der Besetzung, den Umfang des klanglichen Apparates oder allein der schieren Masse, sondern auch und vor allem durch die Qualität eines Tonsatzes, mit dem zentrale Texte der Glaubenspraxis kunstvoll gefasst wurden, zeichnete sich diese letzte Publikation Hammerschmidts aus, die zu einem Vermächtnis wurde: künstlerisch wie persönlich, zudem als Bekenntnis zu einer Tradition von Musik für den Raum der Kirche ein ästhetisches wie theologisches Programm.

Schon die Sechsstimmigkeit ist ein Indiz für Hammerschmidts Anspruch. Vierstimmige Choralsätze, wie sie seit Hans Leo Hassler eine Norm geistlichen Komponierens für die lutherische Liturgie bezeichneten, wären kaum hinreichend gewesen, dem Wunsch nach einem gleichermaßen dauerhaften wie repräsentativen Werk, das den Schlussstein eines großen Œuvres bilden sollte, zu genügen.

Der Aufbau der Sammlung folgt der Ordnung des Kirchenjahres. Nach einer Bearbeitung des Chorals „Nun komm der Heiden Heiland“ folgt als Nr. 2 „Machet die Tore weit“, einem weiteren Adventssonntag zuzuordnen. Verse des 24. Psalms, verbunden mit einem Ruf zur Bewillkommnung Jesu in Jerusalem (Mt 21, 9), werden zur festlichen Ouvertüre des Weihnachtsfests (dem denn die beiden nächsten Stücke gewidmet sind). Das wohl populärste Stück der Sammlung – wenn nicht des gesamten Œuvres von Andreas Hammerschmidt – verdankt seine Beliebtheit dem klangvollen Ritornell ebenso wie dem parataktischen Aufbau, der ein Concerto-Prinzip sinnenfällig umsetzt und auch eine Aufführung von Ausschnitten zulässt. In zahlreichen Chorbüchern und praktischen Ausgaben späterer Zeit ist das Werk dann auch nur unvollständig abgedruckt (ohne Rücksicht auf die sorgsam austarierten Proportionen und die genau kalkulierten Tonartenrelationen).

Der bewusste Verzicht auf obligate Instrumente und allzu große technische Herausforderungen an die Choristen entspricht Hammerschmidts Grundverständnis, einem breiten Publikum sangliche, leicht ausführbare Musik in gediegener Handwerklichkeit anzubieten. Schon in Zittau, seinem langjährigen Wirkungsort, war nur bedingt auf professionelle Musiker und ambitionierte Sänger zu rechnen war. Für solche Ensembles aber klangschöne und wirkungsvolle Kompositionen zu schreiben, wurde zum Markenzeichen Hammerschmidts: Grund der Popularität schon bei den Zeitgenossen und noch in der Gegenwart.

Verlag Klaus-Jürgen Kamprad

Broschur; Format (B x H): 21 x 29,7 cm, 16 Seiten

ISMN 979-0-50258-244-9

 

Eine Übersicht der Andreas-Hammerschmidt-Gesamtausgabe finden Sie als pdf-Datei unter folgendem Link:
http://vkjk.de/tl_files/inhalte/hammerschmidt-gesamtausgabe/Bandgliederung_Hammerschmidt.pdf